Erklärung zur Veranstaltung „Die Antisemitismus-Falle“

Die Funktion eines ungeheuerlichen Vorwurfs innerhalb der Partei DIE LINKE und gegen sie

Die zahlreichen Artikel und Anschuldigungen, die gegen die Antikapitalistische Linke Hamburg und die ReferentInnen unserer Veranstaltung „Die Antisemitismus-Falle – Die Funktion eines ungeheuerlichen Vorwurfs innerhalb der Partei DIE LINKE und gegen sie“ bereits im Vorfeld erhoben wurden, und die Reaktionen von Funktionsträgern der Hamburger LINKEN, bedauerlicherweise auch des Landesgeschäftsführers, der die ReferentInnen in der Frankfurter Rundschau vom 4.11.2011 abqualifizierte,  hätten als Anlass für die Veranstaltung, zur Begründung ihres Titels und der am Abend vertretenen Thesen bereits vollkommen ausgereicht.

Um die Veranstaltung und die ReferentInnen zu diskreditieren, hatten Journalisten nicht davor zurückgescheut, das Gedenken an die Opfer der Shoah zu instrumentalisieren, Antizionismus und Antisemitismus miteinander zu identifizieren sowie die Geschichte der deutschen Linken nach 1945 in eine Geschichte des Antisemitismus umzudeuten. Umso erfreulicher ist, dass eine angeblich angemeldete Demonstration gegen die Veranstaltung  und die vielfach prophezeiten Störungen gänzlich ausblieben.

Dass es ein ungebrochenes Interesse gibt, unabhängig von bürgerlicher Meinungsmache über Antisemitismus und über den Antisemitismus-Vorwurf als Herrschaftsinstrument zu sprechen, hat sich bei unserer Veranstaltung am 30.11.2011 gezeigt. Ungefähr 80 Personen folgten der Einladung und beteiligten sich an einer lebhaften Debatte über die verschiedenen Facetten des Antisemitismus-Vorwurfs und darüber, wie er in allen gesellschaftlichen Kämpfen benutzt wird, um gegen unliebsame antikapitalistische, antiimperialistische und klassenkämpferische Positionen vorzugehen. Mit beständiger Regelmäßigkeit wird er gegen die sozialen und friedenspolitischen Kernpositionen der LINKEN in Anschlag gebracht, insbesondere wenn Wahlen anstehen oder DIE LINKE an Rückhalt in der Bevölkerung gewinnt. In der Diskussion wurde außerdem deutlich, dass der Weg der LINKEN zur Regierungsmacht in der jetzigen Situation offensichtlich nur über die Einhaltung der „deutschen Staatsräson“ möglich wäre. Und dies schlösse eine Kritik an der Politik der israelischen Regierung ebenso wie konsequent antikapitalistische Kritik überhaupt aus.

Die Antikapitalistische Linke Hamburg möchte sich ausdrücklich bei den kompetenten ReferentInnen Susann Witt-Stahl und Arnold Schölzel, sowie beim Moderator Thomas Immanuel Steinberg bedanken. Wir freuen uns, mit ihrer Unterstützung erfolgreich zur Aufklärung über im Prinzip grundlegende aber banale Sachverhalte einen Beitrag geleistet zu haben. Wir werden auch in Zukunft Standpunkt gegen unerträgliche Ideologien unserer Zeit  beziehen und dies öffentlich zur Diskussion stellen. Eine Linke, die den Mut verliert, gegen den Strom zu schwimmen, ist keine Linke mehr.

Antikapitalistische Linke Hamburg

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